Vorstufen von weißem Hautkrebs: die Schattenseite der Sonne

Hautkrebs ist die weltweit häufigste Krebsart, die Zahl der Erkrankungen steigt seit einigen Jahren kontinuierlich an. Allein in Deutschland erkranken jährlich rund 309.000 Menschen neu an Hautkrebs inklusive Vorstufen. Letztere sind dabei besonders tückisch, da sie oft schwer erkennbar sind und lange unentdeckt bleiben.

Anlässlich des Skin Cancer Awareness Month, der jedes Jahr im Mai stattfindet, widmen wir uns in diesem Artikel der stillen Gefahr, die von Vorstufen des weißen Hautkrebses ausgeht. Die gute Nachricht vorweg: Werden die Vorstufen des Hautkrebses frühzeitig erkannt und behandelt, stehen die Chancen auf Heilung heutzutage sehr gut.

Erfahren Sie in den nächsten Minuten, was weißer Hautkrebs ist, welche Vorstufen es gibt, wie Sie diese erkennen und dadurch Ihre Heilungschancen um ein Vielfaches verbessern können. Außerdem verraten wir Ihnen, welche Behandlungsmöglichkeiten bei Vorstufen von weißem Hautkrebs zur Verfügung stehen, und, welche Präventivmaßnahmen Sie selbst zum Schutz Ihrer Hautgesundheit ergreifen können.

Tipp: Hören Sie sich zusätzlichen unsere Podcast-Folge „Früh erkannt, Gefahr gebannt: Dein Schutz vor Hautkrebs.“ an, um zu erfahren, was der Unterschied zwischen weißem und schwarzem Hautkrebs ist, welche Therapieoptionen zur Auswahl stehen, und wie Sie sich aktiv vor Hautkrebs schützen können.

Sonnenschutz ist eine wichtige Präventionsmaßnahme bei Vorstufen von weißem Hautkrebs

© Canva/ ppengcreative

Was ist weißer Hautkrebs?

Weißer Hautkrebs, in Fachkreisen auch heller Hautkrebs genannt, ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe bösartiger Tumoren, die sich aus den oberflächlichen Schichten der Haut entwickeln. Im Gegensatz zum malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs), das aus den pigmentbildenden Zellen der Haut entsteht, beginnt weißer Hautkrebs meist in den epidermalen Zellen, die die äußere Schicht der Haut bilden.

Die häufigste Variante [von Hautkrebs] ist der sogenannte helle Hautkrebs. Hell bedeutet, dass er eben nicht schwarz ist, aber eben auch nicht weiß, sondern es gibt da ganz viele verschiedene Farbabstufungen, die für den Laien oft sehr schwer zu erkennen sind.

Prof. Dr. med. Uwe Reinhold Ärztlicher Leiter vom MVZ Dermatologisches Zentrum Bonn
Hautarzt: Prof. Dr. med. Uwe Reinhold

Arten von weißem Hautkrebs

Wie sieht weißer Krebs aus und welche Formen gibt es? Unterschieden wird weißer Hautkrebs in zwei Hauptarten: das Basalzellkarzinom (Basaliom) und das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom).

Basalzellkarzinom (Basaliom)

Das Basalzellkarzinom ist mit etwa 75 % die häufigste Form von weißem Hautkrebs. Es entwickelt sich in den Basalzellen der Haut, die sich in der untersten Schicht der Epidermis befinden. Dieser Krebs wächst langsam und neigt selten dazu, Metastasen in anderen Körperregionen zu bilden.

Basalzellkarzinome können in ganz unterschiedlichen Formen und Größen in Erscheinung treten. So können sie wie perlmuttfarbene, glänzende Beulen, knotige Läsionen, offene Wunden, Narben oder rote Flecken aussehen. In einigen Fällen können Basalzellkarzinome jucken, bluten oder mit Flüssigkeit gefüllt sein.

Plattenepithelkarzinom (Spinaliom, Stachelzellkarzinom)

Das Plattenepithelkarzinom ist nach dem Basalzellkarzinom die zweithäufigste bösartige Hauttumorenart. Es entwickelt sich aus den flachen, schuppigen Zellen, die die Oberfläche der Haut auskleiden. Im Gegensatz zum Basalzellkarzinom hat das Plattenepithelkarzinom ein höheres Potenzial, sich auf andere Körperregionen auszubreiten, insbesondere wenn es nicht frühzeitig behandelt wird.

Das Erscheinungsbild von Plattenepithelkarzinomen variiert je nach Lage, Größe und Stadium des Tumors. Oft treten sie als rötliche Läsionen oder Geschwüre auf der Haut auf, die leicht bluten oder verkrusten können.

Obwohl beide Arten von weißem Hautkrebs weniger aggressiv als das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs) sind, ist es dennoch wichtig, sie frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, um Komplikationen zu vermeiden und die beste Prognose für die Betroffenen zu gewährleisten.

Regelmäßige Hautuntersuchungen und die Beachtung von Veränderungen auf der Haut sind entscheidend, um weißem Hautkrebs vorzubeugen oder ihn in einem frühen Stadium zu erkennen.

Vorstufen von weißem Hautkrebs: Aktinische Keratose und Morbus Bowen

Bevor sich weißer Hautkrebs manifestiert, können verschiedene Vorstufen auftreten, die als Warnzeichen dienen. Die beiden häufigsten Vorstufen von weißem Hautkrebs sind die aktinische Keratose und Morbus Bowen.

Aktinische Keratose

Die aktinische Keratose, auch als solare Keratose bekannt, ist eine häufige Vorstufe von Hautkrebs. Als Hauptursache gilt eine intensive und langjährige Sonnenexposition. Die Erkrankung betrifft häufig Hautstellen, die der Sonne am meisten ausgesetzt sind, wie Gesicht, Ohren, Kopfhaut, Nacken, Arme und Hände.

Die aktinische Keratose tritt auf, wenn die Hautzellen, insbesondere die Keratinozyten, aufgrund von UV-Strahlung Schäden erleiden. Dies führt zu einer Ansammlung von verhornenden Zellen auf der Haut, die oft als raue, schuppige Stellen oder kleine, rote Flecken erscheinen können. Obwohl nicht alle aktinischen Keratosen zwangsläufig zu Hautkrebs führen, ist es dennoch wichtig, sie ernst zu nehmen, da sie das Risiko für weißen Hautkrebs erhöhen können.

Morbus Bowen

Auch bekannt als intraepidermales Plattenepithelkarzinom, ist Morbus Bowen eine weitere Vorstufe von weißem Hautkrebs, die sich in den oberen Schichten der Epidermis entwickelt.

Die Symptome von Morbus Bowen manifestieren sich in der Regel als rote, leicht erhabene, schuppige oder kratzige Läsionen auf der Haut. Die Läsionen können auch ulzerieren, bluten oder Schmerzen verursachen. Sie treten häufig an Stellen auf, die der Sonne ausgesetzt sind, wie Gesicht, Kopfhaut, Hände und Unterarme.

Wenngleich Morbus Bowen oft mit aktinischer Keratose verwechselt wird, kommt diese Vorstufe von weißem Hautkrebs tatsächlich seltener als die aktinische Keratose vor. Dennoch ist die Gefahr der Bowen Krankheit nicht zu unterschätzen:

Die Vorstufe Morbus Bowen und ihre Symptome können im Vergleich zu aktinischen Keratosen weitaus aggressiver sein und haben ein erhöhtes Risiko, zu einem invasiven Plattenepithelkarzinom voranzuschreiten – insbesondere bei ausbleibender Behandlung.

 

Regelmäßige Hautkrebsvorsorge kann Leben retten

Ganz gleich, um welche Form der Vorstufe es sich handelt: Die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Vorstufen von weißem Hautkrebs sind entscheidend, um das Risiko von Hautkrebs zu verringern.

Dies ist gerade deshalb wichtig, weil es – anders als beim Plattenepithelkarzinom – keine Vorstufen beim Basalzellkarzinom gibt. Sollten Sie also auffällige Hautveränderungen bemerken, sollten Sie keine Zeit verlieren und umgehend Ihre/n Hautärztin/ Hautarzt zu Rate ziehen. Sie sind noch auf der Suche nach einer Hautarztpraxis in Ihrer Nähe? Hier finden Sie eine Übersicht unserer dermatologischen Standorte.

Die regelmäßige Hautkrebsvorsorge beim Hautarzt kann Leben retten

© Canva/ Rabizo

Vorstufen von weißem Hautkrebs: Ursachen & Risikofaktoren

Weißer Hautkrebs und seine Vorstufen treten meist an Hautstellen auf, die häufig der Sonne ausgesetzt sind: Gesicht, Kopfhaut, Dekolleté, Arme und Beine. Darüber hinaus wird die Entstehung von Vorstufen von weißem Hautkrebs wie aktinische Keratose und Morbus Bowen durch eine Reihe weiterer Ursachen und Risikofaktoren begünstigt. Zu diesen zählen u. a.:

  • UV-Strahlung: Die Hauptursache für weißen Hautkrebs und dessen Vorstufen ist die langfristige Einwirkung von UV-Strahlung auf die Haut. UV-Strahlung, insbesondere UVB-Strahlung, verursacht direkte Schäden an der DNA der Hautzellen, was zu Mutationen führen kann, die wiederum das Risiko von Hautkrebs erhöhen. Personen, die beruflich oder in ihrer Freizeit übermäßiger Sonnenexposition ausgesetzt sind, haben zudem ein erhöhtes Risiko an aktinischer Keratose oder Morbus Bowen zu erkranken.
  • Hautalterung: Das Risiko, im Laufe des Lebens an weißem Hautkrebs zu erkranken, steigt mit dem Alter. Grund hierfür ist, dass die Haut mit zunehmendem Alter an Elastizität verliert und dünner wird. Das macht sie infolgedessen anfälliger für Schäden durch UV-Strahlung.
  • Helle Haut: Menschen mit heller Haut produzieren weniger von dem Farbpigment Melanin, das der Haut ihre Farbe gibt und vor den schädlichen Auswirkungen von UV-Strahlung schützt. Daher haben Personen mit einem hellen Hautton ein höheres Risiko, Vorstufen von weißem Hautkrebs wie aktinische Keratose oder Morbus Bowen zu entwickeln.
  • Geschwächtes Immunsystem: Ein geschwächtes Immunsystem, sei es durch Krankheit oder Medikamente bedingt, kann die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigen, abnormal wachsende Zellen zu erkennen und zu bekämpfen. Durch die fehlenden Abwehrkräfte des Immunsystems wird das Risiko für Krankheiten, darunter auch Hautkrebs entschieden erhöht.
  • Genetische Veranlagung: Ein weiterer Faktor, der bei der Entstehung von weißem Hautkrebs und seinen Vorstufen eine Rolle spielt, ist die genetische Veranlagung. Gibt es eine familiäre Vorgeschichte von Hautkrebs, kann sich dadurch das individuelle Risiko für die Entwicklung von Vorstufen von weißem Hautkrebs erhöhen.
  • Einnahme von Medikamenten: Einige Medikamente, insbesondere solche, die das Immunsystem unterdrücken oder die Empfindlichkeit der Haut gegenüber UV-Strahlung erhöhen, können ebenfalls die Entstehung von weißem Hautkrebs und seinen Vorstufen begünstigen.

Die Identifizierung und Minimierung dieser Ursachen und Risikofaktoren ist entscheidend, um das Risiko der Entwicklung von Vorstufen von weißem Hautkrebs zu verringern. Präventive Maßnahmen wie der Schutz vor Sonneneinstrahlung, das Tragen von Sonnenschutzmitteln und regelmäßige Hautuntersuchungen (Hautkrebsvorsorge) können dazu beitragen, Ihre Hautgesundheit zu erhalten und das Risiko von Hautkrebs und dessen Vorstufen zu minimieren.

Sie wollen mehr zum Thema Hautkrebs erfahren?

Unser Facharzt Prof. Dr. Uwe Reinhold vom MVZ Dermatologisches Zentrum Bonn erklärt in der fünften Folge („Früh erkannt, Gefahr gebannt: Dein Schutz vor Hautkrebs.“) unseres CORIUS-Podcasts, wie sich schwarzer und weißer Hautkrebs voneinander unterscheiden und wie Sie sich davor schützen können.

Achtung, Hautveränderungen: Daran erkennen Sie Vorstufen von weißem Hautkrebs

Die Symptome von Vorstufen von weißem Hautkrebs, insbesondere von Morbus Bowen und aktinischer Keratose, sind häufig schwer zu erkennen und können je nach individuellem Fall variieren. Dennoch gibt es einige Anzeichen, auf die Sie achten sollten.

Morbus Bowen

  • Flache, erhabene Läsionen: Morbus Bowen beginnt oft als leicht erhabene, rötliche Flecken auf der Haut. Diese können sich im Laufe der Zeit vergrößern und unregelmäßige Ränder aufweisen.
  • Schuppige Haut: Die betroffenen Hautstellen können schuppig oder krustig werden. Dies kann auf die Ansammlung abnormer Zellen hinweisen, die die normale Hautstruktur stören.
  • Juckreiz oder Brennen: Morbus Bowen kann oft mit Juckreiz oder Brennen verbunden sein, insbesondere wenn die Läsionen größer werden oder sich in empfindlichen Bereichen wie Gesicht oder Genitalien befinden.
  • Langsames Wachstum: Im Gegensatz zu anderen Hautveränderungen können sich die Läsionen von Morbus Bowen langsam entwickeln und über einen längeren Zeitraum größer werden.

Aktinische Keratose

  • Raue, schuppige Hautstellen: Aktinische Keratosen erscheinen oft als kleine, raue Stellen auf der Haut, die sich uneben anfühlen und schuppig aussehen können.
  • Rötliche Flecken: Die betroffenen Hautstellen können rötlich oder bräunlich gefärbt sein und im Allgemeinen eine leicht erhabene Oberfläche aufweisen.
  • Empfindlichkeit gegenüber Berührung: Aktinische Keratosen können empfindlich sein und bei Berührung oder Reibung schmerzhaft oder unangenehm sein.
  • Verhornung und Verdickung: Im fortgeschrittenen Stadium können sich aktinische Keratosen verdicken und verhornen, was zu einem unebenen Hautbild führen kann.

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Läsionen oder Hautveränderungen zwangsläufig auf Vorstufen von weißem Hautkrebs hinweisen. Dennoch sollten Sie Veränderungen auf der Haut, die nicht heilen, sich verändern oder Symptome verursachen, untersuchen lassen, um potenzielle Vorstufen von Hautkrebs auszuschließen oder zu diagnostizieren.

Diagnose Hautkrebs: So gehen Hautärzt:innen vor

Die frühzeitige und genaue Diagnose von weißem Hautkrebs und seinen Vorstufen ist entscheidend, um eine angemessene Behandlung einzuleiten und das Risiko von Komplikationen zu minimieren. Folgende Diagnoseverfahren stehen Hautärzt:innen u. a. zur Verfügung:

  • Hautuntersuchung: Die klinische Hautuntersuchung, etwa im Rahmen der Hautkrebsvorsorge, ist eine der wichtigsten Methoden zur Identifikation von Hautkrebs und seinen Vorstufen. Während der Untersuchung wird die Haut gründlich in Augenschein genommen, um abnormale Veränderungen, Läsionen oder Hautwucherungen zu erkennen. Dabei wird speziell nach Anzeichen von aktinischer Keratose und Morbus Bowen gesucht, wie raue Stellen, erhabene Läsionen oder rötliche Flecken.
  • Dermatoskopie: Die Dermatoskopie ist eine spezielle Technik, bei der ein Auflichtmikroskop verwendet wird, um die Hautveränderungen vergrößert zu betrachten. Dies ermöglicht es, auch kleinste Veränderungen und Strukturen der Haut zu erkennen, die mit bloßem Auge möglicherweise nicht sichtbar sind. Die Dermatoskopie ist besonders nützlich, um die Grenzen und Merkmale von verdächtigen Läsionen genauer zu beurteilen.
  • Biopsie: Eine Hautbiopsie ist oft notwendig, um eine eindeutige Diagnose von weißem Hautkrebs oder seinen Vorstufen zu stellen. Bei diesem Verfahren wird eine Gewebeprobe aus der verdächtigen Hautstelle entnommen und zur histologischen Untersuchung an ein Labor geschickt. Dort wird das Gewebe unter einem Mikroskop analysiert, um festzustellen, ob es sich um normales Gewebe, aktinische Keratose, Morbus Bowen oder eine andere Form von Hautkrebs handelt.
Für die Erkennung von weißem Hautkrebs und Vorstufen stehen verschiedene Diagnoseverfahren zur Auswahl

© Canva/ Chokniti Khongchum

Die Kombination dieser Diagnoseverfahren ermöglicht es Hautärzt:innen, weißen Hautkrebs und seine Vorstufen genau zu identifizieren und Ihnen die bestmögliche Behandlung zu empfehlen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und die Heilungschancen zu verbessern. Daher ist es wichtig, regelmäßige Hautuntersuchungen durchzuführen und verdächtige Hautveränderungen nicht zu ignorieren.

Behandlungsmöglichkeiten bei weißem Hautkrebs

Die Behandlung von Vorstufen von weißem Hautkrebs, wie aktinischer Keratose und Morbus Bowen, zielt darauf ab, abnormale Hautveränderungen zu entfernen und das Risiko einer Progression zu invasivem Hautkrebs zu verringern. Folgende Therapiemöglichkeiten kommen u. a. infrage:

  • Topische Cremes/ Gele

Zur Behandlung von weißem Hautkrebs und seinen Vorstufen, insbesondere aktinischer Keratose, kommen häufig Cremes und Salben mit Wirkstoffen wie Imiquimod, Fluorouracil oder Diclofenac zum Einsatz. Diese werden über einen Zeitraum von mehreren Wochen auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen, um die abnormen Zellen zu zerstören.

  • Photodynamische Therapie (PDT)

Bei der PDT wird ein photosensibilisierendes Medikament auf die Haut aufgetragen und dann mit einer speziellen Lichtquelle Das Licht reagiert mit dem Medikament, um abnormale Zellen zu zerstören, während gesundes Gewebe geschont wird. Die PDT wird oft zur Behandlung von aktinischer Keratose eingesetzt.

  • Kryotherapie

Bei der Kryotherapie werden die abnormen Hautveränderungen durch Kältebehandlung mit flüssigem Stickstoff oder anderen Kryogenen zerstört. Dies führt dazu, dass die betroffenen Zellen absterben und sich die Haut regeneriert.

  • Elektrochemotherapie

Die Elektrochemotherapie (ECT) ist eine innovative Behandlungsmethode für verschiedene Arten von Hautkrebs, einschließlich weißem Hautkrebs. Diese Therapie kombiniert die Verwendung von Elektroporation mit der lokalen Verabreichung von Chemotherapeutika, um die Effizienz der Medikamente zu erhöhen und die Tumorzellen gezielt zu zerstören.

  • Chirurgische Entfernung (Operation)

In manchen Fällen kann eine Operation erforderlich sein. Das ist dann der Fall, wenn der weiße Hautkrebs bzw. Vorstufen wie aktinische Keratose oder Morbus Bowen, besonders schnell oder aggressiv. Die chirurgische Entfernung von Hautkrebs erfolgt in der Regel in örtlicher Betäubung der betroffenen Hautstellen.

Wir haben in unseren Fachgesellschaften klare Leitlinien und Empfehlungen zur Behandlung des hellen Hautkrebses. Da gibt es Formen, die ein hohes Rezidivrisiko haben und die aggressiv wachsen. Diese Tumoren sollten operiert werden.

Prof. Dr. med. Uwe Reinhold, Ärztlicher Leiter vom MVZ Dermatologisches Zentrum Bonn in der Podcast-Folge „Früh erkannt, Gefahr gebannt: Dein Schutz vor Hautkrebs.“

Die Wahl der Behandlungsmethode hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Größe, Lage, Anzahl und Aggressivität der Hauttumoren. Ihr/e Hautarzt/ Hautärztin wird Ihnen den besten Behandlungsplan für Ihre individuelle Situation empfehlen. Nach der Behandlung ist es wichtig, regelmäßige Nachuntersuchungen durchzuführen, um sicherzustellen, dass keine Rückfälle auftreten und um weitere Hautveränderungen frühzeitig zu erkennen.

Sie möchten mehr über die Behandlungsmöglichkeiten von Hautkrebs und dessen Vorstufen erfahren?

Unser Hautarzt Prof. Dr. Uwe Reinhold vom MVZ Dermatologisches Zentrum Bonn beantwortet die wichtigsten Fragen hierzu in der Podcast-Folge: „Früh erkannt, Gefahr gebannt: Dein Schutz vor Hautkrebs.“.

Aktiv gegen Hautkrebs: 5 Tipps vom Experten

Die Vorbeugung von Vorstufen von weißem Hautkrebs, wie aktinischer Keratose und Morbus Bowen, ist entscheidend, um das Risiko von Hautkrebs zu minimieren. Unser Experte Prof. Dr. med. Uwe Reinhold verrät Ihnen, was Sie aktiv tun können, um der Entstehung von weißem Hautkrebs und seinen Vorstufen entgegenzuwirken.

Tipp 1: Vermeiden Sie übermäßige Sonnenexposition.

Begrenzen Sie die Zeit, die Sie in der Sonne verbringen, insbesondere während der Mittagsstunden, wenn die UV-Strahlung am stärksten ist. Halten Sie sich nach Möglichkeit im Schatten auf und tragen Sie Schutzkleidung wie Sonnenhüte, langärmelige Oberteile und lange Hosen, um die Haut vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Verzichten Sie zudem auf den Besuch von Solarien und künstliche UV-Strahlungsquellen, da diese das Hautkrebsrisiko erhöhen können.

Tipp 2: Verwenden Sie Sonnenschutzmittel.

Tragen Sie regelmäßig Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor von mindestens 30 (besser noch 50+) auf alle unbedeckten Hautstellen auf. Tragen Sie das Sonnenschutzmittel mindestens 15 bis 30 Minuten vor dem Sonnenbaden auf und erneuern Sie es alle zwei Stunden, insbesondere nach dem Schwimmen oder Schwitzen.

Tipp 3: Gehen Sie regelmäßig zur Hautkrebsvorsorge.

Vorsicht ist besser als Nachsicht: Ab 35 Jahren haben gesetzlich Krankenversicherte alle zwei Jahre Anspruch auf ein kostenloses Hautkrebs-Screening. Nutzen Sie dieses Angebot und planen Sie regelmäßige Hautuntersuchungen in Ihrer Hautarztpraxis ein, insbesondere wenn Sie ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs haben oder bereits Hautveränderungen festgestellt haben.

Deutschland ist das einzige Land weltweit, das das Hautkrebs-Screening jetzt bundesweit als gesetzliche Krankenlassenleistung anbietet. Wir haben gemerkt, dass wir durch dieses Hautkrebsvorsorge mehr Tumoren erkennen, vor allem in früheren Stadien, wo wir dann tatsächlich auch Leben retten können. Das [Angebot] sollten möglichst viele wahrnehmen.

Prof. Dr. med. Uwe Reinhold, Ärztlicher Leiter vom MVZ Dermatologisches Zentrum Bonn in der Podcast-Folge „Früh erkannt, Gefahr gebannt: Dein Schutz vor Hautkrebs.“

Tipp 4: Sie kennen Ihren Körper am besten: Achten Sie auf Hautveränderungen.

Niemand kennt Ihren Körper so gut wie Sie selbst. Wenig überraschend dürfte es daher sein, dass die meisten Patient:innen aktiv an der Erkennung von weißem Hautkrebs und seinen Vorstufen beteiligt sind. Führen Sie regelmäßig Selbstuntersuchungen der Haut durch, um Veränderungen oder abnormale Läsionen frühzeitig zu erkennen und abklären zu lassen.

Mit Selbstuntersuchungen Ihrer Haut können Sie Vorstufen von weißem Hautkrebs erkennen

© Canva/ Nuttawan Jayawan

Tipp 5: Pflegen Sie einen gesunden Lebensstil.

Eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf das Rauchen können dazu beitragen, die allgemeine Gesundheit der Haut zu verbessern und das Hautkrebsrisiko zu verringern.Formularbeginn

Die Einhaltung dieser Tipps und Ratschläge kann dazu beitragen, das Risiko von Vorstufen von weißem Hautkrebs zu verringern und Ihre Hautgesundheit langfristig zu erhalten. Es ist wichtig, diese Maßnahmen in den täglichen Lebensstil zu integrieren und regelmäßig umzusetzen, um die bestmögliche Prävention zu gewährleisten.

Unser Experte

Hautarzt: Prof. Dr. med. Uwe Reinhold

Prof. Dr. med. Uwe Reinhold
Ärztlicher Leiter vom MVZ Dermatologisches Zentrum Bonn
www.derma-bonn.de

 

 

FAQ: Weißer Hautkrebs – Vorstufen

Weißer Hautkrebs, wie Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom, ist in der Regel weniger aggressiv als malignes Melanom, aber dennoch ernst zu nehmen. Wenn er unbehandelt bleibt, kann er sich ausbreiten und zu Komplikationen führen, besonders wenn er sich in fortgeschrittenen Stadien befindet.

In den meisten Fällen streut weißer Hautkrebs nicht wie das maligne Melanom in andere Organe. Allerdings kann unbehandelter weißer Hautkrebs lokale Gewebeschädigungen verursachen und in fortgeschrittenen Stadien in umliegende Gewebe oder Knochen eindringen.

Weißer Hautkrebs kann als kleine, glänzende, durchsichtige oder perlmuttfarbene Beule erscheinen, die langsam wächst. Oft können auch flache, schuppige oder leicht erhabene Läsionen auftreten. Frühe Anzeichen können leicht mit anderen Hautveränderungen verwechselt werden, daher ist eine professionelle Untersuchung wichtig.

Die Hauptursache für weißen Hautkrebs ist langfristige Exposition gegenüber UV-Strahlen, insbesondere durch Sonnenlicht und Solarium. Andere Faktoren wie genetische Veranlagung, geschwächtes Immunsystem und Alter können ebenfalls das Risiko erhöhen.

Die Behandlung der Vorstufe von weißem Hautkrebs, wie aktinische Keratose oder Morbus Bowen, hängt von der Schwere der Läsionen ab. Mögliche Behandlungen umfassen Kryotherapie (Vereisung), topische Medikamente (Cremes, Salben), Photodynamische Therapie (PDT) und chirurgische Entfernung. Die Wahl der Behandlung hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich des Ausmaßes und der Lage der Läsionen.