Quereinstieg als MFA oder Arzthelfer:in: Welche Wege gibt es?
Der Fachkräftemangel in Arztpraxen eröffnet neue Chancen für Menschen, die bereits im Gesundheitswesen gearbeitet haben und sich beruflich neu orientieren möchten. Ein Quereinstieg als MFA oder Arzthelfer:in kann dabei eine realistische und gut planbare Perspektive sein – auch ohne klassische Ausbildung in diesem Beruf.
Ob ein direkter Einstieg in den Praxisalltag möglich oder ob eine Umschulung sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind unter anderem Ihre bisherigen Erfahrungen, formale Qualifikationen und der geplante Einsatzbereich in der Praxis.
Wenn Sie über einen Wechsel in den MFA-Beruf nachdenken, finden Sie im Folgenden einen Überblick über die möglichen Wege – auch für spezialisierte Fachrichtungen wie Dermatologie und Phlebologie.
Der Quereinstieg hat sich im Gesundheitswesen als ergänzender Weg etabliert, um personelle Engpässe abzufedern. Gerade im ambulanten Bereich gewinnen Bewerbende mit einschlägiger Vorerfahrung aus Pflege-, Assistenz- oder Gesundheitsberufen an Bedeutung, da sie vorhandene Kompetenzen praxisnah einbringen können. Quelle: Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit © Lumos sp/Adobe Stock
Inhaltsverzeichnis
- Quereinstieg als MFA oder Arzthelfer:in: Was kann man sich darunter vorstellen?
- Für wen eignet sich der Quereinstieg als MFA oder Arzthelfer:in?
- Umschulung zur/zum MFA: Besonders relevant für Pflegekräfte
- Quereinstieg oder Umschulung: Worin liegt der Unterschied?
- Quereinstieg in dermatologischen und phlebologischen Praxen: Was sind die besonderen Anforderungen?
- Quereinstieg als MFA oder Arzthelfer:in: So gelingt der Jobwechsel
- Expertentipp: Einstiegsmöglichkeiten aus dem CORIUS-Netzwerk nutzen
Quereinstieg als MFA oder Arzthelfer:in: Was kann man sich darunter vorstellen?
Quereinstieg – das bedeutet, ohne klassische Ausbildung in einen Beruf einzusteigen, in unserem Fall in der Dermatologie und Phlebologie. Voraussetzung ist in der Regel eine bereits vorhandene Berufserfahrung im Gesundheitswesen, etwa in der Pflege, in medizinischen Assistenzberufen oder in angrenzenden Tätigkeitsfeldern.
Der Einstieg erfolgt direkt im laufenden Praxisbetrieb. Quereinsteiger:innen übernehmen zunächst unterstützende und organisatorische Aufgaben, beispielsweise am Empfang, in der Terminorganisation, bei der Betreuung der Patient:innen oder in der medizinischen Dokumentation. Eine Erweiterung des Aufgabenbereichs ist möglich, setzt jedoch eine strukturierte Einarbeitung und entsprechende Kenntnisse voraus.
Welche Tätigkeiten Sie dauerhaft übernehmen können, richtet sich nach Ihrer individuellen Vorerfahrung, vorhandenen Qualifikationen und den rechtlichen Rahmenbedingungen.
Der Quereinstieg hat sich im Gesundheitswesen als ergänzender Weg etabliert, um personelle Engpässe abzufedern. Gerade im ambulanten Bereich gewinnen Bewerbende mit einschlägiger Vorerfahrung aus Pflege-, Assistenz- oder Gesundheitsberufen an Bedeutung, da sie vorhandene Kompetenzen praxisnah einbringen können. Quelle: Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit
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Für wen eignet sich der Quereinstieg als MFA oder Arzthelfer:in?
Ein Quereinstieg als MFA oder Arzthelfer:in kommt vor allem für Personen infrage, die bereits im Gesundheitswesen tätig waren und ihre Erfahrung und Kompetenzen künftig im ambulanten Praxisumfeld einsetzen möchten. Entscheidend dabei ist in erster Linie nicht der formale Abschluss, sondern die praktische Vorerfahrung und die Bereitschaft, sich in praxisinterne Abläufe einzuarbeiten.
Besonders geeignet ist dieser Weg für Quereinsteiger:innen aus folgenden Tätigkeitsfeldern:
- Krankenschwestern und Pflegefachkräfte, die vom klinischen in den ambulanten Bereich wechseln möchten
- Personen aus medizinischen Assistenz- und Therapieberufen, etwa aus der OP-Assistenz, Funktionsdiagnostik, Physiotherapie
- Frauen und Männern aus Gesundheits- und Sozialberufen mit regelmäßigem Kontakt im Versorgungsalltag sowie Erfahrung in Dokumentations- oder Organisationsaufgaben
Auch Personen ohne medizinische oder gesundheitsnahe Vorerfahrung finden vereinzelt Einstiegsmöglichkeiten im Praxisumfeld. In der Regel ist ein direkter Quereinstieg jedoch anspruchsvoller und stark vom jeweiligen Praxisumfeld sowie der Bereitschaft zur intensiven Einarbeitung abhängig. Häufig stellt eine reguläre Ausbildung oder Umschulungden strukturierteren Weg dar, um langfristig im Praxisalltag arbeiten zu können.
Der Quereinstieg in medizinische Assistenzberufe gewinnt im ambulanten Bereich zunehmend an Bedeutung. Praxen profitieren von Bewerber:innen, die bereits Erfahrung im Gesundheitswesen mitbringen und diese in neue Aufgabenfelder einbringen können. © C Malambo/peopleimages.com/Adobe Stock
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Umschulung zur/zum MFA: Besonders relevant für Pflegekräfte
Viele Krankenschwestern und Pfleger überlegen im Laufe ihres Berufslebens, vom Krankenhaus in eine Arztpraxis zu wechseln – zum Beispiel, um den Schichtdienst hinter sich zu lassen und geregeltere Arbeitszeiten zu haben. Eine Umschulung zur/zum MFA ist dabei eine gute Option, um die bereits vorhandene Erfahrung sinnvoll weiter zu nutzen.
Pflegefachkräfte bringen umfangreiche medizinische Kenntnisse, Erfahrung im Umgang mit Versorgungsabläufen sowie Routine in der Dokumentation mit. Diese Vorerfahrungen bilden eine solide Grundlage für die Tätigkeit in einer Arztpraxis, unterscheiden sich jedoch in Ausrichtung und Arbeitsweise vom klassischen MFA-Berufsbild. Eine Umschulung schafft hier einen klaren Rahmen, um praxisrelevante Inhalte nachzuholen und rechtliche Voraussetzungen zu erfüllen.
Die Umschulung Krankenschwester/Pfleger zur/zum MFA erfolgt meist verkürzt und praxisnah, abhängig von der bisherigen Berufserfahrung und den jeweiligen Vorgaben der Bildungsträger. Sie ermöglicht einen strukturierten Einstieg in den ambulanten Bereich und eröffnet langfristige Perspektiven in unterschiedlichen Fachrichtungen – auch in spezialisierten Praxen wie der Dermatologie und Phlebologie.
Die Umschulung zur/zum Medizinischen Fachangestellten (MFA) erfolgt bundesweit im dualen System. Praktische Phasen in Arztpraxen werden dabei mit theoretischem Unterricht in Berufsschulen oder bei anerkannten Bildungsträgern kombiniert. Quelle: Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET)
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Quereinstieg oder Umschulung: Worin liegt der Unterschied?
Quereinstieg
Hierbei starten Sie ohne formale MFA-Ausbildung direkt in einer Arztpraxis. Dieses Modell richtet sich vor allem an Personen mit relevanter Vorerfahrung.
Da beim Quereinstieg kein anerkannter MFA-Abschluss erworben wird, sind Art und Umfang der medizinischen Tätigkeiten praxisabhängig. Maßnahmen wie Blutentnahmen oder Injektionen dürfen nur von entsprechend qualifiziertem Personal und auf ärztliche Anordnung durchgeführt werden.
Während dies für Quereinsteiger:innen ohne medizinische Ausbildung in der Regel nicht vorgesehen ist, ist es bei examiniertem Pflegepersonal aus dem Klinikbereich häufig möglich, sofern die fachliche Qualifikation und die organisatorischen Voraussetzungen der Praxis gegeben sind.
Umschulung zur/zum MFA
Die Umschulung zur/zum Medizinischen Fachangestellten ist ein strukturierter Bildungsweg mit festgelegten Inhalten und klaren Abschlussanforderungen. Sie vermittelt die medizinischen, organisatorischen und rechtlichen Grundlagen des MFA-Berufs systematisch und schließt mit einem staatlich anerkannten Abschluss ab.
Im Unterschied zum Quereinstieg eröffnet die Umschulung das vollständige Tätigkeitsspektrum einer MFA. Absolvent:innen dürfen nach erfolgreichem Abschluss alle im Praxisalltag anfallenden Aufgaben im Rahmen der ärztlichen Delegation übernehmen – einschließlich medizinischer Maßnahmen, Abrechnung nach EBM und GOÄ sowie organisatorischer und administrativer Verantwortung.
Umschulungen zur/zum Medizinischen Fachangestellten dauern in der Regel etwa zwei Jahre in Vollzeit. Teilzeitmodelle sind ebenfalls möglich und können die Dauer auf bis zu 30 Monate verlängern. Damit bietet die Umschulung insbesondere für Pflegekräfte eine verlässliche und rechtssichere Perspektive für eine langfristige Tätigkeit im ambulanten Bereich.
Weitere Informationen zu Dauer etc. finden Sie beispielsweise bei Mfawerk.de.
Strukturierte Berufswechsel und Umschulungen bieten für Pflegefachkräfte und Personen aus anderen Gesundheitsberufen eine verlässliche Möglichkeit, in den ambulanten Bereich zu wechseln. Sie schaffen klare fachliche und rechtliche Grundlagen und erleichtern den langfristigen Einsatz im Praxisalltag. © Rido/Adobe Stock
Quereinstieg in dermatologischen und phlebologischen Praxen: Was sind die besonderen Anforderungen?
Der Praxisalltag in der Dermatologie und Phlebologie umfasst weit mehr als die klassische Sprechstunde: Spezialisierte Diagnostik, operative Eingriffe, Laser- und Lichttherapien sowie die Betreuung chronischer Haut- und Venenerkrankungen gehören hier häufig dazu.
Für Quereinsteiger:innen bedeutet das ein vielfältiges Arbeitsumfeld. Viele Aufgaben sind standardisiert und gut planbar, erfordern jedoch ein solides Verständnis für medizinische Abläufe, Hygienevorgaben und Dokumentationsprozesse. Gerade Personen mit Vorerfahrung aus der Pflege oder aus medizinisch-therapeutischen Berufen finden sich in diesen Strukturen häufig gut zurecht.
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Quereinstieg als MFA oder Arzthelfer:in: So gelingt der Jobwechsel
- Vorerfahrungen und Kompetenzen einordnen
Ein erfolgreicher Quereinstieg beginnt mit einer realistischen Einschätzung der eigenen Ausgangslage. Entscheidend ist, welche Vorerfahrungen vorhanden sind und in welchem Umfang Sie diese im Praxisalltag einsetzen können. - Einstiegsmöglichkeiten aktiv recherchieren
Im nächsten Schritt empfiehlt sich die Recherche nach Praxen, die offen für Quereinsteiger:innen sind oder entsprechende Einstiegskonzepte anbieten. Ein erster Überblick lässt sich oft bereits über eine einfache Recherche in der Suchmaschine der Wahl gewinnen – etwa nach offenen Stellen in der eigenen Umgebung oder der gewünschten Region. Sie können z. B. im CORIUS-Stellenportal recherchieren, ob freie, für Sie interessante Stellen in unserem Netzwerk vorhanden sind. Ergänzend bieten spezialisierte Jobportale im Gesundheitswesen, Karriereseiten von Praxen sowie Initiativbewerbungen bei wachsenden Einrichtungen weitere Orientierung. Auch ein Blick auf Social-Media-Kanäle von Praxen oder Praxisnetzwerken lohnt sich, da dort offene Positionen oft direkt kommuniziert werden. Initiativbewerbungen bieten zusätzliche Möglichkeiten. - Praxisrelevante Erfahrungen in der Bewerbung hervorheben
Wenn Sie eine Praxis gefunden haben, die Sie interessiert, sollten Sie Ihre Bewerbung auf die Anforderungen dieser Position ausrichten. Im Mittelpunkt stehen dabei weniger formale Abschlüsse als vielmehr die Tätigkeiten und Erfahrungen, die Sie bereits im Gesundheitswesen gesammelt haben. Beschreiben Sie in Ihrem Anschreiben und dem Lebenslauf möglichst konkret, in welchen Bereichen Sie bisher gearbeitet haben. Wichtig ist, nachvollziehbar darzustellen, wie Ihre Erfahrungen im Alltag Ihrer Wunschpraxis eingesetzt werden können. Ergänzend kann es hilfreich sein, Ihre Motivation für den Wechsel in den ambulanten Bereich kurz zu erläutern. Praxen schätzen es, wenn Bewerbende klar benennen, warum sie sich für das Praxisumfeld interessieren und wie sie das Team fachlich und organisatorisch unterstützen möchten. - Strukturierte Einarbeitung und Weiterentwicklung nutzen
Ist ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch erfolgt und haben Sie die Zusage für die neue Stelle bekommen, entscheidet vor allem die Einarbeitung darüber, wie gut der Übergang in den Praxisalltag gelingt. Klare Aufgabenbereiche, feste Ansprechpersonen und strukturierte Abläufe erleichtern die Orientierung.Wer den Einstieg erfolgreich gemeistert hat, kann durch Fort- und Weiterbildungen zusätzliche Perspektiven entwickeln und den eigenen Aufgabenbereich weiter ausbauen.
Fachkräfteengpässe im Gesundheitswesen gehören seit Jahren zu den größten Herausforderungen am deutschen Arbeitsmarkt. Alternative Zugangswege wie Quereinstieg tragen dazu bei, offene Stellen im ambulanten Bereich zu besetzen. Quelle: Bundesagentur für Arbeit
© C Davids/peopleimages.com/Adobe Stock
Expertentipp: Einstiegsmöglichkeiten aus dem CORIUS-Netzwerk nutzen
Wer einen Quereinstieg oder einen strukturierten Berufswechsel in den Beruf als MFA/Arzthelfer:in plant, profitiert von klaren Strukturen und verlässlichen Rahmenbedingungen. Innerhalb des CORIUS-Netzwerks bieten zahlreiche dermatologische und phlebologische Praxen Einstiegsmöglichkeiten für unterschiedliche Erfahrungsprofile.
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